12.27.07

Mary Janice Davidson – Weiblich, Ledig, Untot

Veröffentlicht in humorvoll, leichte lektüre um 7:49 von lahja

Das war eine fürchterliche Woche für Betsy Taylor!
Zuerst verliert sie ihren Job, und dann kommt sie
auch noch bei einem Verkehrsunfall ums Leben!
Offensichtlich hat sie es ihrer Stiefmutter zu verdanken,
dass sie im Leichenschauhaus in einem
rosa Kostüm und billigen Schuhen aufwacht, aber
am ätzendsten daran ist, dass sie anscheinend nicht
tot bleiben kann. Jede Nacht erwacht sie aufs Neue
und hat dabei entsetzlichen Heißhunger auf Blut. Dabei
bekommt ihr die flüssige Nahrung gar nicht. Und
dann haben ihre neuen Freunde auch noch die
lächerliche Idee, sie sei die prophezeite Königin
der Vampire, und sie soll ihnen helfen, den schlecht
angezogenen, widerliche, machthungrigen Bela-
Lugosi-Verschnitt, der sie jetzt regiert, loszuwerden.
Eigentlich ist Betsy diese ganze Vampirpolitik
völlig gleichgültig, aber sie wird mit einer mächtigen
Waffe bestochen: mit Designer-Schuhen.
Welche Frau könnte da nein sagen? Allerdings ist
die Kollektion von Ferragamos nicht die einzige
Versuchung für Betsy. Da gibt es auch noch den
tollen Sinclair – einen verführerischen Blutsauger…

wer jetzt denkt, die hat sie doch nicht mehr alle, dem stimme ich bedingt zu. wer liest denn in meinem alter noch solche bücher? keine ahnung. eben.
ich gebe es zu… ich habe eine schwäcke für humoristische frauenlektüre und dieses buch fällt perfekt in dieses schema.
nicht, weil die heldin eine typische mary-sue ist, der held von ihr nach strich und faden veralbert („Warum bist du also hier SINK LEER?“ – „Ich heiße SIN-clair und ich denke, das sollte selbst dir klar sein.“) wird und ein typischer toller kerl und gary-stue ist, nein.
manchmal braucht man einfach diese absurde welt des fantastischen.
allein, dass sich diese frau mit schuhen bestechen lässt, ist zum auf dem boden niederknien. eine großartige, geniale, zum niederknien humorvolle satire auf das leben nach dem (scheinbaren) tod.

4/5 punkten.

12.02.07

Kavita Daswani – Süß wie eine Mango

Veröffentlicht in gesellschaftskritisch, humorvoll um 10:05 von lahja

Frühstück mit Cameron Diaz? Anrufe von Leonardo DiCaprio? Alles Alltag für Priya, ihres Zeichens Reporterin bei einem bekannten Promi-Magazin in L.A.. Nur einen Haken hat das ganze glamouröe Leben an der Seite der Stars – Priyas konservativer Ehemann darf davon nichts wissen, ganz zu schweigen von ihren strengen Schwiegereltern. So führt sie ein anstengendes Doppelleben: Prinzessin am Tag, Aschenputtel am Abend. Fragt sich nur: Wann wird ihr Schwindel auffliegen?

 soweit zur inhaltsangabe an der rückseite. einerseits sehr interessant, andererseits ein wenig zu „mädchenhaft“? manchmal.

die geschichte rund um die frisch vermählte inderin, die mit ihrem mann und dessen familie nach amerika kommen musste, ist nicht einfach nur etwas leichte, spritzige lektüre… im gegenteil, man kann sich sehr gut in die hauptakteurin einfühlen, und bekommt eine sehr genaue vorstellung wie es sein muss, wenn man sich nur beschränkt im eigenen leben entfalten kann, immer auf die meinung anderer menschen angewiesen ist und wie schwer es eigentlich ist eine hindhifrau zu sein.

zwei soziale welten krachen hier in einer farbenfrohen und bunten umgebung aufeinander, die nicht allen gefallen wird, da wir „westlich emanzipierten“ frauen uns heute kaum noch vorstellen können den haushalt für zwei generationen zu verrichten, genausowenig wie die wohlhabenden hindhuistischen väter es wollten, dass ihre töchter arbeiten müssten.

die unterschiede zwischen arrangierter (zwangs-)vermählung und der modernen, schillernden westlichen welt werden klar verständlich dargebracht.

ein zitat, das mir in erinnerung geblieben ist, weil es eindeutig die kulturellen unterschiede wiedergibt: „… In L.A. ist es keine Schande geschieden zu sein. In Indien war es keine Schande unglücklich verheiratet zu sein.“

diese worte zeigen, dass mehr hinter diesem buch steckt, als es den anschein macht. der blaue hintergrund mit vielen verschiedenen blumen ließen darauf schließen, dass etwas einfache lektüre zu erwarten sei, doch mit diesem „exotischen“ einschlag, stellte sich das buch als relativ gute wahl heraus.

 fazit: 4 von 5 bewertungspunkten.